Krieg in Europa – was jetzt?

Patrizia Voigtländer // März 3 // 0 Comments

Danke für eure Nachrichten an uns mit den Fragen, wie wir eigentlich gerade mit allem umgehen, wie wir mit unseren Kindern sind und ob wir ein „Mein Senf, Dein Senf“ zur aktuellen Lage machen.

Ich teile schon mal meine Gedanken heute. Morgen sprechen Stefan und ich und dann posten wir, ob wir einen Senf dazu machen ?

Wir schauen natürlich viel Nachrichten im Moment und achten dabei darauf, dass wir ausschließlich zuverlässige Quellen nutzen und nur bestätigte Nachrichten teilen.

Wichtig finden wir in der Familie, auch nachrichtenfreie Zeiten zu haben, in denen wir regenerierende Sachen machen. Sowohl für den Körper als auch für den Geist. Ich bin ja ein „Durchdenker“ - wenn ich diese Pausen nicht bewusst einräume, bleibe ich im Loop hängen. Nicht gut. Und hilft den Menschen in Not nicht. Also: Sporteln, Spazieren, Baden, Meditieren, Backen. Alles OHNE Handy. Ein klarer Geist ist mandatory.

Ja, unsere Kinder (17 und 12) schauen ALLE Nachrichten mit und beteiligen sich an allen Gesprächen zur aktuellen Lage. Wir erzählen, disputieren, hinterfragen, stellen Hypothesen auf und integrieren bei all dem unsere Kinder. Wir fragen vor allem den Jüngsten, ob er Angst hat oder verunsichert ist und was er wissen will, um sich sicher zu fühlen. Wir stellen fest, dass dieser Modus für unsere Kinder für Stabilität funktioniert. So haben wir das auch mit Corona gehandhabt.

Diese Haltung ist allerdings schon immer unser Ansatz bei herausfordernden Situationen - egal ob es um Persönliches, Familiäres, Gesellschaftliches oder Weltpolitisches geht. Deswegen ist dieser Modus für sie auch im
Moment funktional und überfordert sie nicht. Da sie ohnehin Zugang zu Nachrichten haben, konsumieren wir lieber MIT ihnen und BEWUSST im gemeinsamen Austausch anstatt sie „schonen“ zu wollen, was möglicherweise zu Verunsicherung bei eigenem Internet-Konsum führt.

Sie lernen dabei auch, wie man sich informiert, eine klare Position zu einem Sachverhalt einnimmt und im Sinne seiner Position sichtbar wird und argumentiert.

Persönlich kann ich nur sagen, dass ich nicht den Drang habe, Zuversichts- oder Vertrauens-Parolen zu verteilen. Das hatte ich auch bei Corona nicht. Warum? Weil ich meinen Geist darauf ausrichte, stabil und ruhig zu bleiben - egal, was im Außen passiert. Das ist auch mein Ansatz als Coach und Trainerin für meine Teilnehmer, denn im Außen KANN nun mal immer alles Mögliche passieren. Man muss weder schlecht- noch schönreden. Lieber klar, wach und stabil bleiben.

Ich weiß, dass wir als Coache jetzt jeden Tag Liebes- und Friedenstexte posten könnten. Ich lehne das nicht kategorisch ab und finde berührende und ermutigende Texte auch gut. Dennoch: Das, was in der akuten Krise zur Lösung des Konfliktes beitragen kann, geht über „wir sind alle eins“ hinaus. Es ist unwahrscheinlich, dass ein irrational handelnder Narzisst aufhört Krieg zu führen, weil auf Instagram der innere Frieden vermarktet wird. Eine friedliche Haltung in der Begegnung mit Menschen zu haben, ist für uns auf der GRÜNEN WIESE ein Selbstverständnis. Für aktive Friedensgestaltung ist darüber hinaus eine klare Haltung und die Bereitschaft zur Konfrontation auch mit hohem Risiko gefordert. Das passiert gerade. Das ist ungemütlich. Es kann sein, dass Du darüber Angst produzierst und Verunsicherung. Erfahre sie, beobachte sie, und dann: calm down. Nochmal: Ein klarer Geist ist mandatory und schützt Dich selbst davor, irrational zu handeln. Das ist der Beitrag, der jetzt von uns gefragt ist, die wir nicht direkt fühlbar betroffen sind. Und das ermächtigt die Menschen, die gerade jeden Grund zu Panik, Angst und Trauer haben.

Denn mit einem klaren Geist, können wir gemeinschaftlich, souverän und diesen Menschen dienlich handeln. Dazu fühle ich mich als jemand, der in einer privilegierten Demokratie lebt, verpflichtet. Insbesondere den Menschen gegenüber, die gerade mit ihrem Leben für die Demokratie auf diesem Kontinent einstehen.

Das sind meine Gedanken in diesem Moment. Vielleicht willst Du Deine Gedanken auch teilen? Gern im Sinne der Absicht #BridgePlease in den Kommentaren ?

Patrizia ?

Nachtrag:
Für mehr gedankliche Impulse schau gern das Insta Live von Stefan und mir an vom 3. März:


Bei uns werden Erfahrungen geteilt!
Du darfst teilen, nachfragen und kommentieren😀

Wir freuen uns auf einen interessanten Austausch mit Dir!
❤️-lichen Dank!

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