22 Februar 2020

Deutschland schlĂ€ft 😮 Wie wir uns mehr und mehr Selbst sedieren.

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Eigentlich kann keiner Schlafen. Meine Eltern konnten immer schon nicht schlafen, kaum war ich berufstĂ€tig und hatte hin und wieder berufliche Probleme, die es zu lösen galt, konnte ich dann auch oft nicht schlafen. Eine Kollegin von mir schreibt nachts, so zwischen 2 und 5 ihre wichtigsten Mails, eine Freundin war seit jeher um 4 Uhr wach und schrieb WhatsApps und Posts auf Facebook, der eine schlĂ€ft nur zu Hause und nie im Hotel, der nĂ€chste nicht durch, der andere nicht ein - wem das gelingt, der leidet an prĂ€seniler Bettflucht und verlĂ€sst zu frĂŒher Morgenstunde getrieben das Bett.

Wovor laufen wir denn weg?

Wieso schlafen wir Nachts nicht?

Schlafen ist ein bisschen wie sterben. Man ist weg und weiß nicht, was in dieser Zeit genau passiert. Als Jugendliche las ich mal einen Artikel darĂŒber, dass im Schlaf die Seele den Körper verlĂ€sst. Wo sie dann wohl ist? Im Äther, Pause machen von der menschlichen Erfahrung? Verstehen könnte ich die Seele! Wenn man sich nĂ€mlich anschaut, wie wir Menschen uns im Wach-Zustand mitunter manifestieren, will man auch manchmal lieber gehen 🙄 Denn das verheerende ist: im Wachzustand scheint unser Bewusstsein gern zu schlafen! Tief und fest 😮 Man muss sich nur die Wahlergebnisse und die Erde anschauen.

An dieser Stelle danke ich Dir dafĂŒr, dass Du bis hierhin gelesen hast und sich keine WahrnehmungsmĂŒdigkeit wie ein sanfter Schleier ĂŒber Dein Bewusstsein gelegt hat 😅 Und es lohnt sich, wach zu bleiben, denn am Ende vom Post hau ich ein paar Sachen raus, die nicht jedem gefallen.

NACHTS versuchen wir, Leben zu kontrollieren, indem wir NICHT schlafen.

TAGSÜBER versuchen wir Leben zu kontrollieren, indem wir SCHLAFEN.

Zu Nachts:

Wer nicht schlĂ€ft, fĂ€hrt Gedankenkarussell und produziert dabei unangenehme GefĂŒhle. Der Sammelbegriff dafĂŒr ist „sich Sorgen machen“. Das macht man in der Regel nicht, weil man so sehr im Urvertrauen mit sich und dem Universum und allen darin lebenden Menschen ist und einem sonst nichts einfĂ€llt, sondern, um das Universum zu manipulieren. Die nĂ€chtlichen Gedanken und GefĂŒhle sollen etwas abwenden oder herbeifĂŒhren. Schlechte Nachricht: es ist dem Universum (und den anderen Menschen) egal đŸ€·đŸ»â€â™€ïž Die Kontrolle zerfurcht Dein Gehirn so doll, dass Du irgendwann denkst: ich ĂŒberlebe, weil ich mir mein Gehirn nachts zerfurche. Und so furchen sich viele Menschen durch ihr Leben. Niemals ging ein Kontostand hoch vom Zerfurchen. Niemals kam davon ein wichtiger Auftrag. Niemals hat sich jemand bei jemand anderem aufgrund der nĂ€chtlichen Zerfurchung entschuldigt oder zugegeben, dass er sich in letzter Zeit wie ein Arschloch aufgefĂŒhrt hat. Von der Zerfurchung heilt die Erde nicht und auch der Rassismus hört dadurch nicht auf. Die Zerfurchung fĂŒhrt nur zu Falten, Augenringen und Speck. Ohne Witz! Das liegt an den Hormonen, die bei der Zerfurchung ausgeschĂŒttet werden. Aber man bekommt mitleidige Zustimmung, wenn man nachts vor lauter Sorgen nicht schlĂ€ft. „Ja, ja ich finde die Gesamtsituation auch sehr beunruhigend!“ bespricht man sich dann in der KaffeekĂŒche, Kneipe oder sonst wo.

Zu TagsĂŒber:

Hier findet bei vielen ein höchst paradoxer mentaler Prozess statt: die nĂ€chtliche Zerfurchung geht weiter - sobald allerdings die Möglichkeit besteht, einen ungeliebten Zustand aktiv verĂ€ndern zu können, gesellt sich ein neues, vollkommen gegensĂ€tzliches gedankliches Mantra dazu: „Das gibt sich, das wird schon, das geht vorbei, muss man nicht so eng sehen, ist auch nicht mein Business, wahrscheinlich ĂŒbertreibe ich, geht auch so, soll jemand anderes regeln, geht vorbei, da kann man nur abwarten.“ HĂ€?? Wo ist sie denn plötzlich hin die nĂ€chtliche Besorgnis? Die Wahlergebnisse, der Zustand der Erde, Streit mit Kollegen, sinkende KontostĂ€nde und andere unerfreuliche ZustĂ€nde werden innerlich urplötzlich runterbeschwichtigt, sobald sich die Gelegenheit ergibt, daran etwas VERÄNDERN zu können. VerrĂŒckt oder?

Sobald man etwas tun KÖNNTE, legt es sich wie ein sanfter Schleier in Dein Bewusstsein: das SelbstSedierungsProgramm und fĂŒllt jede sonst so rebellische, entschlossene Ecke aus.

Jetzt sag ich kurz was als Coach:

Ich finde, noch mehr als Selbstfindung oder Selbsterkenntnis als Selbstzweck brauchen wir SELBSTVERANTWORTLICHKEIT. Im Sinne von: wie antwortet jeder einzelne auf die Ergebnisse, die wir haben? Selbstverantwortlichkeit ist der Zustand, in dem man aktiv mitkriegt, dass man Einfluss auf alles nehmen kann - und dass man das ĂŒbrigens auch tut, indem man tagsĂŒber schlĂ€ft, schweigt, abhaut. Zu allem, bei dem man zuschaut, hat man nĂ€mlich auch beigetragen.

Auf Wikipedia steht:

„Der Übergang von einer Sedierung zu einer Narkose ist FLIESSEND, bei letzterer ist der Patient nicht mehr erweckbar fĂŒr die Dauer der Narkose.“

Es wird schlimmer! Ich möchte kein sediertes Land. Auch kein narkotisiertes. Ich finde, wir sollten aufhören ĂŒber das einzuschlafen, was uns zu unbequem erscheint, um es zu verĂ€ndern und uns nicht mehr Ausreden damit erkaufen, dass wir fĂŒr eine VerĂ€nderung zu gestresst, zu ĂŒberfordert, zu ratlos, zu wenig ausgeschlafen (!), zu Ă€ngstlich oder zu wenig in unserer Mitte sind.

Ich wĂŒnsche mir, dass es uns mehr darum geht, etwas zu bewirken und zu bewegen und aktiv EINFLUSS zu nehmen. Und weniger um unser SELBST zu kreisen als mĂŒsste man dieses Selbst permanent irgendwo finden, erkennen, verbinden, stĂ€rken, heilen. Am Ende sitzen sonst alle, sich selbst suchend, auf einem Instagram-Foto, an einem Strand, See oder Berg und suchen eine Erkenntnis in SICH, die sie ganz leicht dadurch erfahren könnten, etwas fĂŒr andere zu bewirken und mit anderen zu bewegen.

Um die Frage von oben zu beantworten:

Wovor wir weglaufen? Vor dem ErfĂŒllen unbequemer Bedingungen. Da schieben wir manchmal lieber die Selbstfindung vor, die wir an einem Strand erledigen mĂŒssen. Es wird so arg Zeit, dass wir aufwachen. TagsĂŒber. Und uns mal umschauen und mitkriegen, wie sehr es gerade nicht um Self Healing geht, sondern darum nachts zu schlafen in der Gewissheit, dass die Aufgaben, um die wir kreisen, sich tagsĂŒber lösen lassen, wenn wir sie lösen.

Ein neuer Ansatz könnte sein:

Weil ich nicht weiß, was ich will, lege ich mich jetzt auf irgendwas fest und lege los und mache damit einen Unterschied.

Weil ich verletzt war, lasse ich mich wieder auf andere Menschen ein. So lange bis ich mit ihnen eine neue, liebende, verbindende Erfahrung mache. Und ich haue nicht ab, sobald es mal ungemĂŒtlich wird.

Weil ich nicht weiß, wer ich wirklich bin, lasse ich Menschen nah an mich heran, so dass ich mich in dieser NĂ€he zu ihnen erkennen kann.

Weil ich Angst davor habe, Gegenwind zu bekommen, zeige ich mich, um durch diese Erfahrung zu erkennen, das nichts Schlimmes passiert.

Das FlĂŒchten und die AusflĂŒchte mĂŒssen ein Ende haben! Dann ist eine SELBSTERFAHRUNG möglich, die durch kein Gedankenkreisen jemals erzeugt werden kann.

Lasst uns nachts schlafen.

Und tagsĂŒber aufwachen und handeln.

Uns SELBST erfahren, indem wir nichts mehr zurĂŒckhalten, aufsparen, abwarten.

It‘s about time.

â°đŸ”„

Patrizia VoigtlÀnder
Posted in Blog, Du und Dein Leben on 22. Februar 2020 by Patrizia VoigtlÀnder

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